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Verlag: Edition Fackelträger Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz und Michael Bayer gebunden mit Schutzumschlag 280 Seiten, Format: 14 x 21,5 cm ISBN-13: 978-3-7716-4407-9 |
Michelle Obama, die neue First Lady der USA
Schon heute ist ihr Alltag bestimmt durch einen prall gefüllten Terminkalender: Auftritte, politische Stellungnahmen, eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit, umgeben von Sicherheitsbeamten, und bedrängt von Menschen, die ihr ihre Anliegen vortragen. Ebenso sehr wie ihren Verpflichtungen als First Lady widmet sie sich den beiden Töchtern Malia (11) und Sasha (9) und versucht, für die kleine Familie des amerikanischen Präsidenten soviel Miteinander wie möglich zu schaffen. Michelle Obama stammt aus dem Süden Chicagos, wo ausschließlich Schwarze leben. Sie und ihr Bruder wuchsen in armen, aber behüteten Verhältnissen auf. Anders als bei Ihrem Ehemann, Barack Obama, ist ihre Hautfarbe für sie ein wesentliches Identitätsmerkmal. Ihr Denken und ihr Handeln, wie z.B. ihr Engagement für soziale Einrichtungen in Chicago zeigt, sind wesentlich bestimmt durch ihre Herkunft. Ihre Eltern ermöglichten Michelle Obama das Studium an den Elite-Universitäten von Princeton und Harvard, die sie mit einem juristischen Doktorgrad verließ. In einer Anwaltskanzlei in Chicago traf sie Obama. Die beiden heirateten 1992. Während Barack Obama von Anfang an eine große politische Karriere verfolgte, waren ihr Machtstreben und die Begleiterscheinungen der Macht seit jeher suspekt. Ihre Stärken lagen in der konkreten Umsetzung von Hilfsprojekten für Bedürftige. Diese Reserviertheit legte sie bis in die jüngste Vergangenheit nicht ab. Trotz dieser Eigenständigkeit unterstützte sie die politische Karriere ihres Mannes, der 2004 in den US-Senat gewählt worden war, nachhaltig. Auf Empfängen erschien sie als eine elegante, selbstbewusste Frau, die vielen Frauen längst zu einem Vorbild geworden ist. Sie verschweigt nicht, dass sie Einfluss auf das politische Denken ihres Mannes hat und diesen auch ausübt. Anders als Hillary Clinton strebt sie jedoch keine eigene politische Karriere an. Mit Michelle Obama zieht nicht nur die erste Schwarze ins Weiße Haus ein, sondern auch eine 44-Jährige, die andere und eigenständigere Werte verkörpert als die Gattinnen früherer US-Präsidenten. Mit der unpolitischen Jacqueline Kennedy, die stilbildend in der Mode wurde, hat sie ebenso wenig gemein wie mit anderen First Ladys, deren Tätigkeiten sich in Auftritten für karitative Werke erschöpften. Mit den Obamas werden erstmals seit den Kennedys auch wieder junge Kinder ins Weiße Haus einziehen. Der Stil der Präsidentschaft, der auch ein persönlicher ist, wird sich ändern. Diese Familie ist anders, und wie pflegt Barack Obama von seiner Frau zu sagen: »She is the boss«. |
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