In der Mark Brandenburg liebt mans bodenständig und nah an der Realität, sagt major Dubslav in Fontanes Stechlin und in der Tat war viel Realitätssinn erforderlich, um in diesem von Natur aus armen Landstrich, der Streusandbüchse des Deutschen Reiches, zu überleben. So wurde alltags also zunächst immer einfach und sparsam, aber auch schmackhaft gekocht.
Eine zentrale Rolle hierbei spielten die von Friedrich II. heimisch gemachten Kartoffeln, ob als Pellkartoffeln mit Speckstippe, als Quetschkartoffeln oder als Kartoffelpuffer und natürlich auch die bekannten Teltower Rübchen. Aber neben den einfachen und soliden Gerichten wie Hammelbraten mit Bohnen oder Löffelerbsen mit Eisbein gab es auch kulinarische Höhepunkte, vor allem Flussfische und Flusskrebse, denn die zahllosen Seitenarme von Oder, Spree oder Havel bieten Hechte, Zander, Aale, Schleien, Barben, Neunaugen im Überfluss.
Wolf Biermann besing die Buckower Kirschen und Fontane schwärmt auch von jungen Rebhühnern und fetten Wachteln, von Artischocken, Spargel und zarten Erdbeeren. Aber diese Ausnahmen sind Sonntags- und Feiertagsküche, denn er schlisset: ... aber immer nur das Feine, das ist bloßes Vornehmtun und kulinarisch eine Torheit.
Komet Verlag GmbH gebunden 144 Seiten, Format 17 x 20,5 cm ISBN-10: 3-89836-359-7 ISBN-13: 978-3-89836-359-4 |
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